Meine erste Station bei Jaeger Bernburg

Liebe Freunde des Bauwesens,

nun ist es also soweit, dass auch ich einen Blogbeitrag verfassen und meine ersten Erfahrungen bei Deutschland baut! mit euch teilen darf. Seit nunmehr gut 4 Monaten bin ich an meiner ersten Station bei der Jaeger Bernburg Gruppe als „waschechter Jaeger“ tätig.

Jaeger Bernburg hat als ein eigenständiger Teil der mittelständischen Jaeger Gruppe etwa 600 Mitarbeitern und erzielt einen Jahresumsatz von circa 100 Millionen Euro. Kerntätigkeiten des Unternehmens sind die Abwicklung von Großprojekten wie Hochwasserrückhaltebecken oder komplexe Infrastrukturprojekten der Deutschen Bahn sowie der kommunale Tief- und Straßenbau.
Dafür verfügt Jaeger Bernburg über eigene Abteilungen unter anderem in den Bereichen Erdbau, Tiefbau, Gleisbau, Stahlbau, Kabeltiefbau, Ingenieurbau, Strassenbau, Oberleitungsbau, Abbruch, Rohrleitungsbau und in der Leit- und Sicherungstechnik.

Im ersten Kennenlerngespräch mit den Geschäftsführern Holger Disselhoff und Guido Hoffmann vor Beginn meines Einsatzes erfuhr ich, dass ich am Großprojekt VDE 8: Bahnknoten Halle (Saale) Komplexmaßnahme Halle-Rosengarten – ESTW Angersdorf (VP71) mitwirken werde. Dieses Großprojekt ist Teil der Schienen-Schnellverbindung von Berlin über Halle, Leipzig und Erfurt nach Nürnberg. Innerhalb der Baumaßnahme werden Bahnanlagen auf einer Strecke von circa. 14 km zwischen Halle-Rosengarten und Teutschenthal erneuert. Unter anderem sind dabei folgende Arbeiten auszuführen:

• Erneuerung Oberbau (Schiene, Schwelle, Schotter) auf ca. 23 km
• Errichtung Lärmschutzwände auf ca. 3 km
• Neubau von 235 Oberleitungsmasten
• Erneuerung Kettenwerke (Tragseil, Hänger, Fahrdraht) auf ca. 34 km
• Einbau von ca. 18 km Steuerkabel
• Neubau von 29 Weichenheizungen
• Bau von 4 Signalauslegern
• Umbau des Bahnhofs Angersdorf und des S-Bahn Haltepunktes Halle-Rosengarten
• Erneuerung von 3 Eisenbahnüberführungen

Mein ursprünglicher Einsatzplan sah vor, dass ich je 2 Monate in den Abteilungen Gründung, Gleisbau und Ingenieurbau tätig bin, um einen großen Teil des Angebotsspektrums von Jaeger Bernburg kennenzulernen. Doch im Laufe der ersten Station entschied ich mich in enger Abstimmung mit den Kollegen von Jaeger Bernburg dafür, die vollen 6 Monate in der Bauleitung der Abteilung Gründung tätig zu sein. Dies ermöglicht mir einen tieferen Einblick in die Tätigkeit als Bauleiter und hilft mir dabei zu schauen, ob ich mir eine Zukunft in dieser Position vorstellen kann.

Die Abteilung Gründung ist verantwortlich für die Gründung und das Stellen der Oberleitungsmaste und Signalausleger (in Kooperation mit dem eigenen Stahlbau). Für die Gründung kommen typischerweise Rammpfähle, Rammrohre, Bohrrohre oder Ortbetonfundamente zum Einsatz. Die Pfähle und Rohre werden durch eine der 4 unternehmenseigenen Ketten(bohr)rammen (3xDelmag, 1xO&K) eingebracht. In der Regel erfolgt dies gleisgebunden auf einem Tragwagen stehend, der von einer 3 „Jaeger-Mädels“, der Lokomotiven Emma, Elli und Lili gezogen wird. Die Oberleitungsmaste können dabei Stahlmaste, hergestellt vom zum Unternehmen gehörenden Stahlbau in Lübbenau, oder Betonmaste sein. Zur Aufnahme von Stahloberleitungsmasten wird auf das Bohr- oder Rammgut ein bewehrter Fundamentkopf mit Ankerbolzen betoniert.

Da die Totalsperrung im Projekt VP71 erst im Januar 2021 begonnen hat, blieb zunächst noch Zeit, um die Abteilung Gründung und ihre Arbeiten kennenzulernen. Dazu durfte ich unter anderem den Standort in Lübbenau mit eigenem Stahlbau besichtigen, mit einer der unternehmenseigenen Loks und angehangenem Arbeitszug zu einem Einsatz in Ortrand mitfahren sowie während eines Wochenendeinsatzes in Bayern die Aufstellung von zwei und den Rückbau von einem Signalausleger begleiten. Ansonsten standen die ersten 1,5 Monate ganz im Zeichen der Arbeitsvorbereitung sowie des Kennenlernens der Baumaßnahme.

Mitte November war dann die Baustelle soweit eingerichtet, dass ein Umzug in den Baustellencontainer erfolgen konnte. In dieser Zeit fanden dann hauptsächlich bauvorbereitende Maßnahmen statt. Jeder der Oberleitungsmaststandorte muss zunächst durch eine Suchschachtung bezüglich hindernder Kabel und durch eine Bohrung hinsichtlich Kampfmittel erkundet werden. Seit Mitte Januar ist die Bahnstrecke nun komplett gesperrt und die ersten Ortbeton- und Bohrrohrgründungen sind bereits erfolgt.

Meine täglichen Aufgaben liegen dabei in der Unterstützung des Bauleiters und der Poliere der Gründungsabteilung. Sei es durch die Zuarbeit zur Leistungsmeldung, die Erstellung von Feldaufmaßen, die Pflege der Bautenstandsliste, die Vorbereitung von Leistungsänderungs- und Behinderungsanzeigen oder das Erstellen von Fotodokumentationen als Grundlage der Abrechnung.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei den Kollegen von Jaeger Bernburg, insbesondere bei Bauleiter Nico Zebrowski und bei den Polieren Maik Reitor und Ronny Staschke, für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Dann bis zum nächsten Blogeintrag meinerseits, dann werde ich von meiner zweiten Station bei Wolff & Müller berichten. Bleibt alle gesund!

Viele Grüße

Steffen


Montage eines Signalauslegers mit Hilfe eines Eisenbahndrehkranes

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