Trainee-Blog

Eindrücke einer norwegischen Bauingenieurin

Autor
Josefine Aasrum

Stell Dir vor, dass Du erst neulich nach Deutschland gekommen bist. Du hast im Ausland studiert und hast wenige Kenntnisse über die deutsche Bauindustrie und dessen Akteure und Prozesse. Dein Hintergrund ist anders, als der von deinen zukünftigen Kollegen und die Arbeitskultur ist nicht vergleichbar mit derer, die Du aus deinem Heimatland kennst. Gleichzeitig hast Du einen großen Wunsch, Dich in dieser Branche und in diesem Land zurechtzufinden und ein Teil der Entwicklung der deutschen Bauindustrie zu sein. Was wäre in einer solchen Situation besser, als die Chance zu bekommen, in einem interdisziplinären und branchenübergreifenden Traineeprogramm teilzunehmen, in dem man nicht nur eine rasante persönliche und berufsbezogenen Entwicklung macht, sondern auch ein umfangreiches Verständnis der gesamten Bauindustrie in Deutschland gewinnt?

Als Norwegerin und ausgebildete Bauingenieurin, aber mit wenig Erfahrungen in der deutschen Bauindustrie, fühlte ich mich sehr privilegiert, als ich die Gelegenheit bekam ein Teil des Deutschland baut!-Traineeprogramm zu werden. Dieses Gefühl hat sich nach neun Monaten als Trainee nicht geändert. Seit Beginn des Traineeprogramms im Oktober letzten Jahres besteht mein Alltag aus spannender und abwechslungsreicher Projektarbeit, wodurch ich die Entwicklung der deutschen Bauindustrie mitgestalten darf. Und das Beste von Allem ist, dass man dies zusammen mit tollen und interessanten Kollegen machen kann!

Auf Grund des interdisziplinären Aufbaus des Programms, habe ich die letzten neun Monate oft das Gefühl gehabt, dass ich mich in einer völlig anderen Welt befinde, als ich mir für meinen Berufseinstieg vorgestellt habe. In spannenden Marketing-Projekten bei Caparol habe ich meine (zu der Zeit unbekannte) kreative Seite entdeckt, die ich unter anderem während der Planung von einer Werbekampagne frei entfalten konnte. Ein Prozess an dem ich ganz von Anfang an mit der Entwicklung des Konzepts beteiligt war. Nach sechs Monaten intensiver Planung und harter Arbeit führten wir Ende März ein erfolgreiches erstes Event in Magdeburg durch. Was für ein tolles Gefühl!

Capatect „light TO GO“ Roadshow in Magdeburg

Im Laufe der Zeit bei Caparol habe ich mich auch mit Aufgaben im Bereich Produktmanagement beschäftigt. In diesem Zusammenhang kamen mir die Wirtschaftskurse, die ich als Wahlfächer an der Universität belegt hatte, sehr gelegen. Aber auch ohne besondere Vorkenntnisse hätte ich zur Bewältigung dieser Aufgaben beitragen können, weil man sich auf die hilfsbereiten Kollegen jederzeit stützen kann. Bei der Kramer Gruppe bin ich als Assistentin in der Bauleitung schon ein bisschen mehr in meinem Element; aber auch hier lerne ich jeden Tag etwas Neues, und zwar nicht nur in Zusammenhang mit meiner Ausbildung, sondern auch zu dem deutschen Berufsleben und der deutschen Unternehmenskultur.

Als Folge der verschiedenen Standorte der Firmen, habe ich ständig die Möglichkeit neue Teile von Deutschland zu entdecken und das Land besser kennenzulernen. Nach nur einem Monat bei DAW und mehreren Ausflügen zu den wunderschönen Weingebieten entlang des Rheins, konnte ich – für mich überraschend – den Mythos widerlegen, dass alle Deutschen sich nur von Würstchen und Bier ernähren. Auch in Dortmund konnte ich schon nach ein paar Tagen feststellen, dass das Ruhrgebiet nicht vordergründig durch eine Industrielandschaft geprägt ist, sondern dort auch die Natur wunderschön ist.

Phoenix See – Dortmund

Viele der oben genannten Aspekte zeichnen gerade das Deutschland baut!-Traineeprogram aus und sind meiner Meinung nach nicht nur interessant für mich als Norwegerin, sondern auch für jeden Berufseinsteiger. In drei verschiedene Firmen reinschnuppern zu können, bevor man sein späteres Arbeitsgebiet definiert, gibt eine andere Sichtweise von dem, was man von einem zukünftigen Arbeitgeber erwarten kann. Was ich auch während meine Zeit hier in Deutschland vor Allem gelernt habe, ist, dass das Leben in Nord und Süd, Ost und West nicht vergleichbar ist. Also wäre es für jemanden aus Bayern wahrscheinlich genauso spannend und lehrreich für sechs Monate in Hamburg zu wohnen, wie es für mich ist. Ich bin überzeugt, dass ich mich nach den 18 Monaten als Trainee besser kenne als je zuvor. Das Programm hat mir bisher die Gelegenheit gegeben, eine Menge über mich selber zu lernen. Das Deutschland baut!-Traineeprogramm ist also nicht nur eine Chance für die berufliche Entwicklung, sondern vielmehr auch eine einmalige Gelegenheit, einzigartige Erfahrungen für den Rest seines Lebens zu gewinnen.

Beste Grüße
Josefine


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